
Ausgabe
02/2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
willkommen zur zweiten Ausgabe von „SELFi“ im Jahr 2026 – dem landesweiten Newsletter zur Selbsthilfe in Rheinland-Pfalz.
In dieser Ausgabe beantwortet Jürgen Matzat, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut mit über 30 Jahren Erfahrung in Selbsthilfe und Patientenvertretung, fünf spannende Fragen. Marina Wendel schildert, wie es ist, mit einem Defibrillator zu leben, und wie ihre Selbsthilfegruppe sie dabei unterstützt. Außerdem erwarten Sie Neuigkeiten aus der Selbsthilfe und ein Fit-Tipp, der Ihnen vielleicht hilft, den Tag besser zu beginnen.
„SELFi“ erscheint viermal im Jahr. Unser Dank gilt der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland –
Die Gesundheitskasse, die dieses Projekt unterstützt.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!
Herzliche Grüße
Elfi-Gül Hollweck
Andreas Schleimer


Sprecher der
Selbsthilfe Rheinland-Pfalz
Co-Sprecherin der
Selbsthilfe Rheinland-Pfalz

Andreas Schleimer
Sprecher der
Selbsthilfe Rheinland-Pfalz

Elfi-Gül Hollweck
Co-Sprecherin der
Selbsthilfe Rheinland-Pfalz

Marina Wendel, Foto: Photography Studioline
„Ich dachte immer, ich bin ein starker Mensch“ – Wie eine Selbsthilfegruppe nach dem Herzinfarkt neue Hoffnung gibt
Nach einem Herzinfarkt fand Marina Wendel in einer Selbsthilfegruppe neuen Halt und Verständnis. Erfahren Sie, wie der Austausch mit Gleichgesinnten ihr Leben nachhaltig veränderte.
Als Marina Wendel Anfang Januar 2024 plötzlich Sodbrennen spürte, dazu Übelkeit und Schmerzen im Arm, hielt sie es für eine Lappalie. „Vielleicht habe ich etwas Falsches gegessen oder zu schwer gehoben“, erinnert sich die 57-Jährige. Als ihr Mann zur Nachtschicht ging und sie allein zurückblieb, wagte sie kaum, die Augen zu schließen. Unruhe, Beklemmung. Sie redete sich zu: „Das ziehst du jetzt durch, das wird schon wieder“
Das passte zu ihr. „Egal, ob ich schwanger war oder Schnupfen hatte – ich ging zur Arbeit“, sagt sie. Zuletzt arbeitete sie in einem Bistro eines Seniorenheims.
Am nächsten Morgen ging sie zum Hausarzt. Sie bekam ein magenschonendes Mittel. Ein EKG hielt der Arzt für entbehrlich: Im Oktober sei ja alles in Ordnung gewesen.
Doch ihr Körper funkte weiter Alarm. „Ich war grau und kreidebleich“, erzählt sie. Wieder zum Hausarzt – dann die erschütternde Diagnose: Marina Wendel hatte einen Herzinfarkt. Kurz darauf kam der Notarzt. Im Krankenhaus erhielt sie einen Stent. Auf der Intensivstation begriff sie zum ersten Mal die ganze Wucht des Geschehens. „Plötzlich hieß es: Ruhe bewahren – und man sprach von einem Defibrillator. Ich wusste gar nicht, was das bedeutet.“
Ein Leben von heute auf morgen verändert
Nach dem Herzinfarkt folgten Reha, Einschränkungen, Ängste. Drei Monate trug sie eine LifeVest – eine Defibrillator-Weste gegen den plötzlichen Herztod. Treppen wurden zur Hürde, die Kraft reichte oft nicht für den Alltag. Der Freundeskreis schrumpfte, ihr Arbeitgeber wollte sie nicht mehr beschäftigen. Später bekam sie einen implantierten Defibrillator. „Ich konnte am nächsten Tag schon nach Hause“, sagt sie. Mit den Worten: „Machen Sie langsam, heben Sie den Arm nicht, schonen Sie sich.“
Zuhause wurde ihr schwarz vor Augen. Sie brach zusammen. Als sie zu sich kam, standen Notarzt und Sanitäter um sie. Kein neuer Herzinfarkt. Der Krankenhausaufenthalt, kaum Essen, die Sorgen – „das war alles zu viel“, erklärt Marina Wendel den Kollaps.
Die neue Lebenssituation traf sie nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch. „Die Angst ist immer im Hinterkopf. Hoffentlich passiert nichts“, sagt sie. Schwer fiel ihr besonders, den Defibrillator als dauerhaften Begleiter zu akzeptieren. „Man muss diesen Fremdkörper erst einmal annehmen. “ Heute spricht sie anders: „Er ist mein Schutzengel, der auf mich aufpasst.“
Der Weg zur Selbsthilfegruppe
Ihr Mann machte sie auf die Defi-Selbsthilfegruppe Kaiserslautern aufmerksam. Er hatte im Krankenhaus davon gelesen.
Zunächst sträubte sie sich. „Ich habe gedacht: Ich hocke mich nicht in so eine Gruppe und erzähle fremden Menschen meine Geschichte.“ Das sei eigentlich gar nicht ihr Ding.
Dann ging sie doch. „Am Anfang saß man tatsächlich im Kreis“, sagt Marina Wendel und lacht. „Aber so schlimm war es gar nicht.“ Im Gegenteil. „Ich habe gemerkt: Ich bin nicht die Einzige. Andere haben ähnliche Sorgen, Ängste und Erfahrungen.“ Besonders half ihr der Austausch über den Defibrillator. „Dort habe ich verstanden, was der Defi überhaupt macht und warum er da ist. Das hat mir viel Angst genommen.“
Eine Gemeinschaft wie eine Familie
Heute zählt die Defi-Selbsthilfegruppe Kaiserslautern rund 42 Mitglieder. Sie treffen sich jeden ersten Montag im Monat. Dazu kommen gemeinsame Wanderungen, Ausflüge und gesellige Abende.
„Wir sind wie eine Familie geworden“, sagt Marina Wendel. „Wir halten zusammen. Einer ist für den anderen da.“ Auch Angehörige sind willkommen. Denn nicht nur die Betroffenen leiden unter der Erkrankung, oft trifft es ebenso Partner und Familienmitglieder. „Wenn es mir schlecht geht, leiden mein Mann und mein Sohn genauso mit.“
Die Treffen bieten Raum für Fragen, Sorgen und Erfahrungen. Dort kann sie auch aussprechen, wie sehr es sie schmerzte, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen – und dass sie immer engagiert gearbeitet hat und nach der Erkrankung rausgekickt wurde. Regelmäßig referieren Ärzte und Fachleute über aktuelle medizinische Themen.
„Was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe. Das schafft Vertrauen“, sagt Marina Wendel.
Verantwortung übernehmen
Dann geschah etwas, das sie sich vor rund zwei Jahren nicht hätte vorstellen können: Heute ist sie die erste Ansprechpartnerin der Defi-Gruppe Kaiserslautern, ihr Mann ist Schriftführer. „Ich wollte etwas zurückgeben von dem, was ich selbst bekommen habe.“
Ihr ist wichtig, neuen Mitgliedern die Angst vor dem ersten Besuch zu nehmen. „Es kann jeder kommen und einfach mal reinschnuppern. Man muss nichts erzählen, wenn man nicht möchte.“
Die Psyche nicht vergessen
Rückblickend betont Marina Wendel vor allem die psychischen Folgen. „Die Psyche ist ganz schlimm. Darüber wird oft zu wenig gesprochen.“ Viele fühlten sich nach Krankenhaus und Reha mit ihren Ängsten alleingelassen. Gerade deshalb zählt der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben.
„Ich dachte immer, ich bin ein starker Mensch. Aber irgendwann merkt man, dass man Hilfe braucht. Und es tut gut zu wissen, dass Menschen da sind, die einen verstehen.“
Ihr Rat an andere Betroffene
Menschen, die einen Herzinfarkt hatten oder einen Defibrillator bekommen haben, will sie Mut machen: „Geht in eine Selbsthilfegruppe. Auch wenn ihr denkt, das ist nichts für euch. Probiert es einfach aus.“
Außerdem rät sie, Symptome ernst zu nehmen und Untersuchungen wahrzunehmen. „Ich habe meine Beschwerden zuerst auf die leichte Schulter genommen. Heute weiß ich: Man sollte auf seinen Körper hören.“
Vor allem aber will sie vermitteln, dass niemand mit seinen Ängsten allein bleiben muss. „Es sind Menschen da, die helfen. Und gemeinsam ist vieles leichter.“



News aus der Selbsthilfe
30. Juni 2026, 17.30 – 19.30 Uhr
02. September 2026, 17.30 – 19.30 Uhr
Wir sehen uns in Präsenz
19. August, 18 – 20 Uhr, Nastätten (WeKISS)
07. September 2026, 17.30 – 19.30 Uhr, Pirmasens (KISS Pfalz)
Bei Fragen zur Anmeldung melden Sie sich gerne bei Ihrer Kontakt- und Informationsstelle.
Wir freuen uns auf das Treffen und den Austausch mit Ihnen.
(Alle Angaben zur genauen Adresse finden Sie auf der Anmeldeseite)
Datenschutzschulung
11. August 2026, online
07. Oktober 2026, 18.00 –19:30 Uhr

Save the date: Aktionswoche Selbsthilfe
Vom 26. April bis 02. Mai 2027 wird zum bereits vierten Mal die Aktionswoche Selbsthilfe stattfinden. Der Paritätische Gesamtverband lädt alle Gruppen, Organisationen und Kontaktstellen der Selbsthilfe innerhalb und außerhalb des Paritätischen ein, sich an der Aktionswoche zu beteiligen.
Unter dem Motto "Wir hilft" gab es im Mai 2025 bundesweit fast 300 Veranstaltungen, die vor Ort, digital oder in hybrider Form die Vielfalt und zahlreichen Angebote der Selbsthilfe präsentierten. Neben Workshops, Lesungen, Selbsthilfe-Cafés oder Poetry-Slams gab es außerdem Diskussionen mit Expert*innen und Selbsthilfeaktiven über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und die Zukunft der Selbsthilfe. Auch wichtige politische Akteure, wie der damalige Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach und der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Patientinnen und Patienten, Stefan Schwartze, kamen zu Wort.
Weitere Informationen über die Aktionswoche 2025 des Paritätischen erhalten Sie hier.
Auch vom 26. April bis 02. Mai 2027 wird die Aktionswoche Selbsthilfe allen eine Plattform bieten, um die Selbsthilfe einem breiteren Publikum bekannt zu machen und um den Austausch von Selbsthilfeaktiven über aktuelle Entwicklungen in der Selbsthilfe zu fördern. Die Events werden wieder dezentral in den Ländern von den beteiligten Selbsthilfe-Akteuren durchgeführt und über einen zentralen, vom Gesamtverband betreuten, digitalen Veranstaltungskalender bekannt gegeben.
Finanzierung der Aktionen und Events
Die bundesweit stattfindenden Angebote und Veranstaltungen vor Ort werden nicht durch den Gesamtverband finanziert. Die Akteure vor Ort müssen auf potenzielle Geldgeber zugehen. Wir empfehlen deshalb allen Interessierten und Mitwirkenden der Aktionswoche 2027 zeitnah an die Krankenkassen oder weitere potenzielle Fördermittelgeber (Aktion Mensch, GlücksSpirale, Akteure vor Ort) heranzutreten und zu eruieren, wie eine Finanzierung der geplanten Veranstaltungen aussehen könnte.
Der Paritätische unterstützt
Der Paritätische Gesamtverband wird allen an der Aktionswoche Selbsthilfe teilnehmenden Organisationen verschiedene praxisnahe Hilfestellungen bieten, um so bei der Vorbereitung, Organisation der Veranstaltungen und Events, zum Beispiel im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, zu unterstützen.


30. Seniorensommerfest auf dem Markplatz am Mainzer Dom
Save the date: Am 30. August 2026 findet auf dem Marktplatz am Mainzer Dom das 30. Jubiläum des Seniorensommerfests, in Kooperation mit der Landeshauptstadt Mainz, statt. Dieser Tag soll ein Fest für alle Menschen sein, jedoch einen besonderen Fokus auf die Senior*innen in Mainz und Umgebung legen.
Das wird es geben: Ein vielfältiges Bühnenprogramm mit Tanz-, Musik- und Showeinlagen. Auf dem Marktplatz wird es Stände verschiedener Organisationen, Selbsthilfegruppen und Vereinen geben – mit Spielen für Groß und Klein, informativen Angeboten und vielen Möglichkeiten, sich zu informieren oder einfach nur eine schöne Zeit zu verbringen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Nähere Informationen zum Seniorensommerfest und weiteren aktuellen Informationen zur Selbsthilfe finden Sie auf unserer Website



Seelische Gesundheit im Blick 2026
Die Veranstaltungsreihe richtet sich an alle, die sich für das Thema interessieren und persönlich wachsen möchten.
Im zweiten Halbjahr geht es um Resilienz, Overthinking (Grübeln), Selbstwert, Fibromyalgie, Trauer braucht Raum, eine Schreibwerkstatt sowie das Abgrenzen und Nein-Sagen. Sie sind herzlich eingeladen, teilzunehmen.

Fortbildungen für Selbsthilfegruppen
Im zweiten Halbjahr lädt die SEKIS Ansprechpersonen von Selbsthilfegruppen zu Workshops ein. Die Themen:
Engagement im Wandel – Wie Selbsthilfegruppen ihre Anziehungskraft neu entdecken
Das ehrenamtliche Engagement verändert sich und stellt Selbsthilfegruppen vor neue Herausforderungen. Eine Expertin für strategische Kommunikation erklärt am 7. September von 18 bis 20 Uhr in einem Onlinevortrag, wie Gruppen ihre Attraktivität stärken können.
Das Gruppenkonto im Griff – Grundlagen der Buchführung für Selbsthilfegruppen
Am 27. Oktober von 18 bis 20 Uhr vermittelt ein Workshop im Seminarraum der SEKIS die Grundlagen der Buchführung.
Gruppenleitung sein – Teilnehmer*in bleiben
Wie Leiter*innen von Selbsthilfegruppen ihre beiden Rollen verbinden können, erfahren Interessierte am 7. November von 10 bis 16 Uhr im DRK-Lehrsaal in Gerolstein.
Krise als Chance
Dieser Workshop lädt zu themenbezogenen Phantasiereisen und kreativem Malen ein. Er findet am 21. November von 10 bis 16 Uhr im Seminarraum der SEKIS statt.
Kommunikation in Selbsthilfegruppen
Ein Diplom-Psychologe vermittelt die Grundlagen wertschätzender und konstruktiver Kommunikation. Der ganztägige Workshop läuft am 5. Dezember von 10 bis 16 Uhr in der Caritas-Begegnungsstätte in Wittlich.
Am 29. August und 12. September, jeweils von 10 bis 14 Uhr, können Sie in einer Schreibwerkstatt eigene Texte verfassen und dabei einen geschützten Raum für alle Gefühle und Gedanken schaffen. Der Workshop findet im Konvikt in Prüm statt.
Steigen Sie aus dem Gedankenkarussell aus! Praktische Tipps und Techniken bietet der Workshop „Overthinking“ am 16. September von 17.30 bis 19 Uhr.
Im Online-Seminar „Pro-Selbstwert-Speed-Dating“ lernen Sie am 19. Oktober 2026 von 17.30 bis 19 Uhr fünf Techniken in aller Kürze, die Ihren Selbstwert stärken.
Am 29. Oktober von 16.30 bis 19.30 Uhr lädt der Workshop „Trauer braucht Raum“ in der VHS Konz dazu ein, innezuhalten, Gefühle zu spüren und neuen Halt zu finden. Dieses Seminar findet in Kooperation mit der VHS Konz statt.
Am 7. November von 9 bis 13 Uhr steht erneut die Stärkung der Resilienz im Fokus. Der Workshop findet in der VHS Konz statt und vermittelt präventiv Strategien zur Stressbewältigung, bevor Stress krank macht.
Am 12. November von 18 bis 20.30 Uhr dreht sich im Seminarraum der SEKIS in Trier alles um das Thema „Gut leben mit Fibromyalgie“. Die zweite Runde beginnt im August mit dem Thema „Unsere Resilienz stärken“. Ziel des Workshops ist es, Strategien zur Stressbewältigung präventiv zu vermitteln – bevor Stress krank macht. Der zweiteilige Kurs findet am 18. und 25. August 2026 jeweils von 18.30 bis 20.30 Uhr im Seminarraum der SEKIS statt.
Am 30. November von 17.30 bis 19 Uhr geht es im Online-Workshop um das Thema „Abgrenzen und Nein sagen – Wider den Gruppenzwang“.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, am Programm „Seelische Gesundheit im Blick“ teilzunehmen. Eine Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe ist nicht erforderlich.
Gesamttreffen
Termine für die zweiten Gesamttreffen in der Stadt Trier und den sieben umliegenden Landkreisen in diesem Jahr geben wir Ihnen in der nächsten Ausgabe von SELFi bekannt.



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Jürgen Matzat, Foto: privat
Fünf Fragen an…
JÜRGEN MATZAT
Jürgen Matzat ist Diplom-Psychologe und Psychotherapeut mit über 30 Jahren Erfahrung in Selbsthilfe und Patientenvertretung
1. Herr Matzat, was kann eine gute Selbsthilfegruppe leisten, das Therapien oder ärztliche Behandlungen nicht schaffen?
Zeit ist, glaube ich, ein ganz wesentlicher Punkt. Zeit, zuzuhören und von anderen Betroffenen zu lernen. Zeit, die eigenen Gedanken zu sortieren und auszusprechen. Zeit, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden, etwa über Ängste und Depressionen, aber auch über Hoffnung und Ermutigung. Die medizinische Versorgung ist heute oft extrem getaktet. Dazu kommen absurde Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben. Als Patient traut man sich kaum noch, nachzufragen oder Bedenken zu äußern. Man will den Laden ja nicht aufhalten. Studien zeigen zudem, dass man in der Regel schon nach wenigen Minuten, manchmal schon nach Sekunden, unterbrochen wird.
In Selbsthilfegruppen dagegen kann ich mir, sobald ich meine Anfangsscheu überwunden habe, den Raum nehmen. Ich kann mein Herz ausschütten, meine Sorgen und Hoffnungen formulieren und vielleicht überhaupt erst Worte dafür finden. Oft kommt dann aus der Gruppe das Echo: „Ja, das kennen wir, uns ging oder geht es ganz ähnlich. Wir wissen Bescheid, wir können das verstehen. “
Dann zeigt sich oft: Die anderen kennen sich mit der Erkrankung und ihrer Behandlung wirklich aus. Sie sind auf ihre Art „Experten in eigener Sache“, „Experten aus Erfahrung“ geworden. Bekanntlich weiß eine Gruppe mehr als der Einzelne. So kann ich im Laufe der Zeit eine Menge von meinen Leidensgenoss*innen lernen. Irgendwann bekomme ich sogar das Gefühl: he, ich kann ihnen auch etwas zurückgeben. Ich habe Unterstützung gebraucht. Ich habe Unterstützung bekommen. Ich wurde nicht mit Ratschlägen erschlagen. Nun kann ich selbst Unterstützung zurückgeben. Ratschläge sollten allerdings nur dann gegeben werden, wenn darum gebeten wurde. Über ärztliche oder andere professionelle Maßnahmen sollte man nicht vorschnell urteilen. „Ärzte wissen, wie man unsere Erkrankung behandelt, wir aber wissen, wie es ist, diese Erkrankung zu haben und mit ihr zu leben.“ So brachte es ein Mitglied einer Selbsthilfegruppe wunderbar auf den Punkt. Wichtig ist beides!
2. Für viele Menschen ist es ein großer Schritt, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Was kann Menschen den Weg dorthin erleichtern?
Dazu zwei Erkenntnisse aus der Forschung: In einem mehrjährigen Projekt, das wir in Gießen als Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen gemeinsam mit der Psychosomatischen Universitätsklinik durchgeführt haben, zeigte sich, wie entscheidend es für Patient*innen ist, ob und wie sie bei der Entlassung auf die Möglichkeit hingewiesen werden, sich nach der stationären Behandlung einer Selbsthilfegruppe am Wohnort anzuschließen. Ich vermute, dieser Effekt gilt im gesamten Medizinsystem, nicht nur bei psychischen Erkrankungen. Deshalb sollten Selbsthilfe-Kontaktstellen jede Gelegenheit nutzen, Fachleute in ihrer Region über Selbsthilfegruppen zu informieren und für eine Kooperation zu gewinnen. Ziel ist, ein selbsthilfefreundliches und selbsthilfeförderliches Klima zu schaffen. Die Kontaktstelle in Trier hat dazu kürzlich eine Veranstaltung organisiert, die auf große Resonanz stieß.
Ein zweiter Befund: Psychotherapien verlaufen erfolgreicher, wenn Patient*innen vorher gut darüber informiert sind, was sie erwartet, welche Hoffnungen realistisch sind und welche Befürchtungen unbegründet. Dieses „Erwartungsmanagement“, wie es neudeutsch heißt, dürfte auch für die Teilnahme an Selbsthilfegruppen gelten. Hier sehe ich eine zentrale Aufgabe der Selbsthilfe-Kontaktstellen: Sie können als Bindeglied fungieren, als Vermittler zwischen den Beteiligten. Ebenso wichtig ist es, dass Selbsthilfegruppen eine einladende „Willkommenskultur“ entwickeln. Vielleicht könnte man sogar – kleiner Scherz – das Amt eines „Empfangs- und Integrationsbeauftragten“ einführen.
3. Welche Rolle spielen Selbsthilfegruppen in Präsenz in einer immer digitaler werdenden Gesellschaft?
Ich muss zunächst bekennen, dass ich kein begeisterter Bewohner der digitalen Welt bin. Das hat sicher auch mit meinem Alter zu tun. Wie praktisch, schnell und jederzeit dort vieles möglich ist, muss man mir nicht erklären. Ich befürchte aber, dass das Internet uns immer mehr in eine „kontaktreiche Beziehungslosigkeit“ zieht, wie es der bedeutende Selbsthilfe-Forscher und -Unterstützer Prof. Michael Lukas Moeller schon vor langer Zeit mit weiser Voraussicht formuliert hat. Viele Menschen haben vermeintlich Hunderte, ja Tausende „Freunde“ im Netz. Aber keiner von ihnen käme, um beim Umzug zu helfen. Meine knappe Formel lautet: „Einen Computer kann man nicht in den Arm nehmen.“
Auch Roboter haben übrigens KEIN Mitgefühl. Sie sind nur programmiert, uns das vorzugaukeln.
Einsamkeit wird in der Medizin dagegen zunehmend als ein ganz wesentlicher Risikofaktor (!) für diverse Krankheiten nachgewiesen, neben den allseits bekannten Faktoren wie Rauchen, Alkoholmissbrauch, Bewegungsmangel und Fehlernährung. In diesem Sinne können wir Selbsthilfegruppen auch als ein bedeutsames Gegenmittel gegen die wachsende Vereinsamung in unserer Gesellschaft sehen.
Unberührt von solchen Überlegungen bleibt natürlich, dass viele Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen auch digitale Angebote machen, etwa zur Information und Aufklärung über Erkrankungen.
4. Was hat in den vielen Jahren, in denen Sie sich beruflich für die Selbsthilfe engagieren, Bestand und was hat sich massiv verändert?
Oh je, das könnte man fast als Einladung verstehen, von den (guten?) alten Zeiten zu erzählen – mit all ihren Kämpfen, Konflikten und Erfolgen. Doch das würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Fest steht: Die Gesellschaft, vor allem Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, begegneten der Selbsthilfe-Bewegung in den 70er, 80er und teils noch in den 90er Jahren mit großer Skepsis, oft sogar mit offener Ablehnung. Doch Überzeugungstäter lassen sich nicht so leicht entmutigen. Besonders wichtig waren in Deutschland die ersten Forschungsprojekte an den Universitätskliniken Gießen, Heidelberg und Hamburg. Sie lieferten aus neutraler wissenschaftlicher Perspektive positive Ergebnisse. Später folgte die Evaluation des Kontaktstellen-Konzepts in zwei Modellversuchen des Bundesgesundheitsministeriums – zunächst in den alten, nach der Wiedervereinigung auch in den neuen Bundesländern. Schließlich brachte die SHILD-Studie weitere Erkenntnisse über die Wirkung von Selbsthilfegruppen.
Die Gesundheitspolitik spielte dabei stets eine zentrale Rolle, vor allem beim großen Durchbruch: der gesetzlich geregelten Förderung der Selbsthilfe durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nach §20 SGB V. Dabei betone ich immer wieder: Es geht hier nicht nur um „Knete“, sondern um gesellschaftliche Anerkennung. Die Selbsthilfe hat einen Wert – nicht nur für die Betroffenen, die direkt davon profitieren, sondern auch für Angehörige und die gesamte Gesellschaft. Diese beiden Faktoren – wissenschaftliche Forschung und politische Unterstützung – erklären aus meiner Sicht Deutschlands Vorsprung im internationalen Vergleich. Heute gehört die gemeinschaftliche Selbsthilfe zum „Mainstream“. Millionen Menschen praktizieren sie, weitere Millionen profitieren davon, und womöglich spart sie sogar Millionen Euro ein.
Die Ärzteschaft und andere medizinische sowie soziale Berufsgruppen äußern sich längst nicht mehr so negativ wie früher. Im Gegenteil: Einzelne Ärzt*innen fördern und unterstützen die Selbsthilfe aktiv. Auch die Krankenkassen, die sich anfangs schwer mit der gesetzlich verordneten Förderung taten, erkennen inzwischen zunehmend den Wert der Selbsthilfe für ihre Versicherten. In vielen Kassen engagieren sich heute Mitarbeiter*innen mit Sachkunde und Engagement für die Selbsthilfe.
Die Selbsthilfe in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte! Doch wie jede Erfolgsgeschichte birgt sie Risiken. Der „Fluch des Erfolgs“ droht, die Selbsthilfe in die Rolle eines „Anbieters“, „Leistungserbringers“ oder „Mit-Versorgers“ zu drängen, der Aufträge anderer übernehmen soll. Und manchmal lässt sie es leider zu. Deshalb: Vorsicht, Selbsthilfe! Bewahre deine Autonomie, entscheide selbst über deine Ziele und Methoden. Diene in erster Linie deinen Mitgliedern und, wenn möglich, der Allgemeinheit – aber nicht fremden Interessen. Lass dich nicht vereinnahmen, schon gar nicht kaufen.
5. Wenn Sie sich etwas für die Selbsthilfe wünschen dürften – was wäre das?
Daran kann ich leicht anknüpfen: dass sie ihre Autonomie bewahrt, dass sie nicht gänzlich im, sondern auch ein wenig neben dem öffentlichen Gesundheitswesen agiert, dass sie weiterhin ein kooperatives Verhältnis zu Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis pflegt, dass die gesetzlich vorgeschriebene Selbsthilfe-Förderung Ermöglichung bedeutet und nicht Gängelung, Kontrolle und Indienstnahme, dass Betroffene in ihr nicht nur ein zusätzliches Angebot der „Versorgung“ sehen, sondern die Möglichkeit, mitzumachen, mitzugestalten und Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.

Griff zum Smartphone am Morgen, Foto: Katja Bernardy
Fit-Tipp
Smartphone-Pause am Morgen
Der Wecker klingelt, und der erste Griff geht zum Smartphone: Nachrichten durchforsten, E-Mails checken, Instagram-Feeds durchscrollen, Schlagzeilen überfliegen. Für viele ein gewohntes Morgenritual. Doch dieser digitale Start kann Stress in den Tag bringen.
Ein Morgen-Detox kann wahre Wunder wirken. Die ersten 30 Minuten des Tages bleibt das Smartphone ausgeschaltet. Stattdessen: ein gemütliches Frühstück, eine kleine Bewegungseinheit, ein Kaffee in Ruhe.
Das Resultat? Ein deutlich entspannterer Start in den Tag, gesteigerte Konzentration und eine merklich bessere Laune - eine kleine Veränderung mit großer Wirkung.

Notbox für die Psyche
Wo finde ich in einer Krise Hilfe?
Hier finden Sie Notrufnummern und Notrufadressen:
Das PsychNavi Rheinland-Pfalz führt Sie durch Hilfsangebote in Krisensituationen:


Schon gewusst?
Seltene Erkrankungen: Neue Liste bringt Betroffene zusammen
Wer mit einer seltenen Erkrankung lebt, kennt das Problem: Oft ist es schwer, Menschen zu finden, die ähnliche Erfahrungen machen. Genau hier setzt das aktualisierte Angebot „Betroffene suchen Betroffene“ der NAKOS an.
Die jetzt veröffentlichte Themenliste umfasst rund 970 Stichworte zu bundesweiten Kontaktsuchen von Einzelpersonen nach Gleichbetroffenen – von A1-PI-Mangel bis Zytomegalievirus. Sie hilft Betroffenen dabei, Gleichbetroffene, Selbsthilfegruppen und bundesweite Selbsthilfeorganisationen zu finden.
Neben Kontaktsuchen von Einzelpersonen enthält die Liste auch Hinweise auf bestehende Selbsthilfeangebote und Vereine. Damit wird die Suche nach Austausch, Informationen und Unterstützung deutlich einfacher.
Die aktualisierte Themenliste steht als PDF-Dokument auf der Website der NAKOS zur Verfügung

Neustarter Gruppengründungen
Selbsthilfe lebt von Menschen, die den Mut haben, eigene Gruppen zu gründen. Kontaktstellen unterstützen dabei. Diese Gruppen in Rheinland-Pfalz haben sich neu gegründet und suchen Betroffene.



bereich kiss mainz
„Ankerplatz“
Für Menschen mit Depression
Simmern
ADHS
Für Betroffene im Erwachsenenalter
Alzey
Depression und Begleiterkrankungen
Mettenheim
Glaukom Selbsthilfegruppe Mainz
Für Betroffene und Angehörige
Mainz
GEMeinsam Selbsthilfegruppe
Für junge Erwachsene, die sich häufig einsam fühlen
Mainz
Spiel- und Alkoholsucht
Sohren
bereich kiss PFALZ
„Nicht allein damit“
Für Angehörige von Betroffenen sexuellen Missbrauchs
Raum SÜW
Initiative „Angst“
Für Menschen mit einer Angststörung
Edesheim
Initiative „Selbsthilfegruppe Magenkrebs“
Für Betroffene
Raum Speyer
ADHS bei Erwachsene
Raum SÜW
Sicherer Hafen
Für Frauen nach Erfahrungen mit sexualisierter und allgemeiner Gewalt
Zweibrücken
Initiative „Schulverweigerer“
Für Eltern, deren Kinder verweigern, in die Schule zu gehen
Kandel
„Nie mehr alleine“
Für Angehörige von Menschen mit einer Krebserkrankung
Edesheim


Bereich sekis
CLEAN´n´Clear
Für Menschen, die alkohol- oder drogensüchtig sind
Eifelkreis
Selbsthilfegruppe "Hope"
Für Menschen, die alkoholabhäng sind
Bitburg
Multiple Sklerose, Neubetroffenen-Gruppen
Trier
Schwangerschaftsabbruch - und dann?
Trier
Selbsthilfegruppe für Eltern von Kindern und Jugendlichen mit ADHS/Autismus
Neuerburg
ADHS und Sucht
Trier
ADHS bei Erwachsenen
Birkenfeld
Selbsthilfegruppe Osteoporose
Schweich
"Dubna - Du bist nicht allein"
Für Menschen mit einer Angststörung und Depression
Hermeskeil
Anderes Burnout Café (ABC)
Trier
ADHS
Für Erwachsene, die von ADHS betroffen sind oder deren Angehörige
Vulkaneifel
ADHS und Frauen
Trier
Selbsthilfegruppe ADHS - Für Betroffene und Angehörige
Trier
Neuroeltern
Für Eltern von Kindern mit ADHS, Autismus oder anderen Formen von Neurodivergenz
Bitburg
Sprechraum Trier
Ein Schonraum für stotternde Menschen
Gesprächsgruppe für an Krebs erkrankte Frauen
Hermeskeil
Polyneuropathie
Für Menschen mit der Nervenerkrankung, die Kribbeln, Brennen und Taubheit, die anfangs an beiden Füßen und Beinen auftritt
Saarburg
Zurück zu mir - Wege aus toxischen Beziehungen
Für Menschen, die in Beziehungen sind, die ihnen schaden.
Kusel
Zurück zu mir
Für Betroffene von Essstörungen
Prüm
Endlich ankommen…
Für geflüchtete Menschen zur Stärkung der körperlichen und psychischen Gesundheit
Trier
Bereich WeKISS
Selbsthilfegruppe „DOPA-tion“
Für In- und Auslandsadoptierte Erwachsene
Koblenz
Selbsthilfegruppe „Löwenparkis“
Für jüngere und jung gebliebene Menschen mit Parkinson
Montabaur (Westerwald)
Selbsthilfegruppe für Frauen mit spät diagnostizierter ADHS
Kempenich, Kreis Ahrweiler
Selbsthilfegruppe für psychisch und suchtkranke Mütter mit fremduntergebrachten Kindern
Koblenz
Selbsthilfegruppe für alleinerziehende Mütter "KraftMamas"
Westerburg
Telefonischer Austausch für Betroffene des Messie-Syndroms
Überregional
Hand & Fuß
Selbsthilfe für Amputierte
Koblenz
Wandern gegen Krebs
Westerwald
Selbsthilfegruppe „MamaReset“
Für Mütter nach traumatischer Geburt
Hachenburg, Westerwald
Aufgewachsen mit religiösem Druck – gemeinsam Wege finden
Westerburg, Westerwald
Selbsthilfegruppe für Blinde und ihre Begleiter sowie Sehbehinderte
Altenkirchen

Kurz und einfach erklärt: Selbsthilfe – Was ist das?
Manchmal stehen Menschen vor schwierigen Situationen. Sie haben zum Beispiel eine Krankheit, Ängste oder andere Probleme im Leben. In solchen Fällen kann Selbsthilfe eine große Unterstützung sein.
Bei der Selbsthilfe werden Menschen selbst aktiv. Sie suchen den Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. In Gesprächen können sie sich gegenseitig unterstützen, Tipps geben und voneinander lernen.
Viele Menschen besuchen eine Selbsthilfegruppe. Dort treffen sie andere Betroffene, die die gleichen oder ähnliche Herausforderungen kennen. Gemeinsam sprechen sie über ihre Erfahrungen und suchen nach Lösungen. Das kann helfen, besser mit einer Krankheit oder einem Problem umzugehen und sich im Alltag sicherer zu fühlen. Selbsthilfe kann auch dabei helfen, Ängste abzubauen, neue Kontakte zu knüpfen und das eigene Wohlbefinden zu stärken. Viele Betroffene erhalten in der Gruppe wertvolle Informationen und praktische Tipps aus erster Hand. Wichtig ist: Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist freiwillig. Niemand wird dazu gezwungen. In der Regel wird der Besuch einer Selbsthilfegruppe auch nicht von einem Arzt verordnet.
Meistens ergänzt die Selbsthilfe eine medizinische oder therapeutische Behandlung. Zum Beispiel kann ein Mensch regelmäßig zum Arzt gehen und zusätzlich eine Selbsthilfegruppe besuchen. Dort trifft er andere Menschen mit der gleichen Erkrankung oder einem ähnlichen Problem. Selbsthilfe ist jedoch kein Ersatz für einen Arztbesuch, eine medizinische Behandlung oder eine Therapie. Wer sich in einer Notlage befindet oder dringend Hilfe braucht, sollte immer ärztliche Unterstützung in Anspruch nehmen.
Fachleute bezeichnen die Selbsthilfe manchmal als die „vierte Säule des Gesundheitssystems“. Damit ist gemeint, dass Selbsthilfe eine wichtige Ergänzung zu den professionellen Angeboten im Gesundheitsbereich ist. Sie bietet Betroffenen die Möglichkeit, aktiv zu werden, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Wege zu finden.
KISS Pfalz
Hinweis in eigener Sache
Unsere Homepage wird derzeit überarbeitet. Daher sind aktuell noch nicht alle Selbsthilfegruppen auf unserer Website auffindbar.
Bei Interesse an einer Selbsthilfegruppe oder wenn Sie Informationen zu unserem Angebot wünschen, nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit der KISS Pfalz auf:
📞 Telefon: 06323 989924
✉️ E-Mail: info@kiss-pfalz.de
Sprechzeiten:
• Dienstag und Mittwoch: 09:00 – 12:00 Uhr
• Donnerstag: 12:00 – 18:00 Uhr
Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Beschreibung: Bildschirmaufnahme Homepage SHG "Wir gemeinsam", Foto: Katja Bernardy
Wir und die Medien
Selbsthilfegruppen gehen online
Unter dieser Rubrik stellen wir Ihnen immer mal wieder Homepages von Selbsthilfegruppen vor – als Leuchtturmprojekte zum Nachahmen oder zum Informieren.
Mithril ist eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depression in Landau in der Pfalz. Die Gruppe ist offen für neue Mitglieder und trifft sich regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen, einander zuzuhören und gemeinsam Wege durch die Depression zu finden. Die Gruppe ist bei der KISS Pfalz gelistet und wird ehrenamtlich organisiert.
Woher kommt der außergewöhnliche Name? Mithril stammt aus J.R.R. Tolkiens Welt von Mittelerde. Mithril ist dort ein sagenhaftes Metall – federleicht und doch stärker als Stahl. „Dieses Bild passt zu dem, was wir in der Gruppe erleben: Auch wenn wir uns manchmal schwach fühlen, tragen wir eine Stärke in uns, die wir gemeinsam entdecken können“, heißt es auf der Homepage dieser Selbsthilfegruppe.

Das war...

INFORMATIV
Gesamttreffen im ersten Halbjahr 2026

Bei den Gesamttreffen in Trier und in sechs umliegenden Landkreisen tauschten sich die Ansprechpartner vieler Selbsthilfegruppen intensiv aus und gaben einander Tipps. Was gibt es Neues in den Gruppen? Wo stehen sie vor Herausforderungen? Was gibt es Neues von der SEKIS? Die zahlreichen Teilnehmenden erhielten unter anderem Antworten auf diese Fragen. Das Gesamttreffen im Landkreis Birkenfeld findet zeitnah statt.
bereichernd
Seelische Gesundheit im Blick 2026 – Das erste Halbjahr

Auch in diesem Jahr bieten wir wieder unsere beliebte Veranstaltungsreihe „Seelische Gesundheit im Blick“ an. Sie richtet sich an alle Interessierten und eröffnet einen verständlichen Einstieg in unterschiedliche Themen.
Im ersten Halbjahr standen diese Schwerpunkte auf dem Programm: Der Workshop „Trauer braucht Raum“ lud ein, innezuhalten, zu spüren und neuen Halt zu finden. Die Autorin Eva Jahnen las aus ihrem Buch „Die Gedanken sind Blei“. Die Lesung entstand in Kooperation mit dem Kompetenznetz Depression Eifel-Mosel. In Idar-Oberstein berichteten die Autoren Roland Rosinus und Peter Brill von ihren persönlichen Erfahrungen mit Angst und Depression. Sie zeigten Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Erkrankungen auf. In Hermeskeil begegneten sich Teilnehmende in Phantasiereisen und Bildern. Die Themen wurden vorab gemeinsam mit der Gruppe vereinbart. In Wittlich ging es um Emotionales Essen. Unter der Leitung von Anne-Marie Seekings lernten die Teilnehmenden, dass die ständige Auseinandersetzung mit dem Essen meist ganz andere, tiefgründigere Ursachen hat.
stärkend
Fortbildungen für Selbsthilfegruppen
Seminar: Gewaltfreie Kommunikation zur Stärkung von Beziehungen

Das Seminar zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ nach M. B. Rosenberg mit Judith Denker (M. Sc. Psych.) vom Eichenberg Institut lud die Teilnehmenden ein, die eigenen Bedürfnisse und Verhaltensmuster klar zu sehen – und gab Impulse, darauf aufbauend sinnvolle, alltagstaugliche Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Aspekte der Stressbewältigung und der Resilienz griff es auf; zugleich stärkte das Seminar die Konfliktfähigkeit der Teilnehmenden.

Feierlich
Feierliche Eröffnung des Quartierszentrums im Landauer Horst
Zur feierlichen Eröffnung des Quartierszentrums im Landauer Horst waren wir mit einem eigenen Infostand vor Ort. Er weckte großes Interesse bei den Gästen. In vielen Gesprächen erklärten wir, was Selbsthilfe ist, wozu sie dient und welche Aufgaben die Kontaktstelle übernimmt. Außerdem ergaben sich zahlreiche gute Gespräche – mit Betroffenen ebenso wie mit Mitarbeitenden verschiedenster Institutionen.
Besonders erfreulich: Auch die Selbsthilfegruppen, die sich im Quartierszentrum treffen, stellten ihre Arbeit vor und gaben Einblicke in ihr wichtiges Engagement.
Lehrreich
Schulung für Selbsthilfegruppen
Datenschutz Oje? Datenschutz Olé! - Datenschutz in der Selbsthilfe einfach und alltagstauglich
Gemeinsam mit einem erfahrenen Experten haben wir gezeigt, worauf es Selbsthilfegruppen wirklich ankommt: Welche Vorgaben sind relevant? Wie setzt man sie ohne Bürokratie in die Praxis um? Und mit welchen einfachen Schritten lässt sich die Privatsphäre der Teilnehmenden wirksam schützen?
Begriffe wie „Datenschutz-Grundverordnung“, „Verarbeitungstätigkeiten“ oder „Datensparsamkeit“ klingen oft sperrig und fern vom Alltag. Genau deshalb war unser Ziel in den Schulungen klar: Berührungsängste abbauen, das Thema alltagstauglich zu vermitteln, Datenschutz verständlich machen.
Die positiven Rückmeldungen haben uns bestätigt: Datenschutz in der Selbsthilfe ist weit mehr als die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Er schützt Menschen. Er schafft Vertrauen. Er stärkt ein wertschätzendes Miteinander.
Gemeinsam
Gesamttreffen der Selbsthilfegruppen in Edesheim

Unser erstes Gesamttreffen in diesem Jahr bot die Gelegenheit, zahlreiche Vertrete*rinnen sowie Mitglieder der Selbsthilfegruppen aus unserer Region willkommen zu heißen. Es bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich gruppenübergreifend kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
In einer offenen und herzlichen Atmosphäre entstanden viele bereichernde Gespräche. Neben dem freien Austausch gab es auch gemeinsame Gesprächsrunden, in denen wichtige Themen diskutiert und Ideen für die weitere Zusammenarbeit entwickelt wurden. Für uns als Kontaktstelle ist es immer wieder schön, die Selbsthilfegruppen bei ihrer wichtigen Arbeit begleiten und unterstützen zu dürfen. Unser Ziel ist es, Menschen und Gruppen zu stärken, Begegnungen zu ermöglichen und gute Rahmenbedingungen für Selbsthilfe zu schaffen. Das große Interesse und die positive Resonanz auf das Gesamttreffen bestärken uns in diesem Auftrag.
Selbsthilfegruppen leisten einen unschätzbar wertvollen Beitrag für Menschen, die Unterstützung, Verständnis und Gemeinschaft suchen. Sie schaffen Räume, in denen Erfahrungen geteilt, Herausforderungen gemeinsam bewältigt und neue Perspektiven entwickelt werden können. Dieses Engagement verdient große Anerkennung und Wertschätzung.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihr Engagement, ihre Offenheit und die vielen wertvollen Impulse. Das Treffen hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen für eine starke Selbsthilfegemeinschaft sind.

demokratisch
Selbsthilfe und Demokratie
Am 10. März 2026 verwandelte sich der Marktplatz in Westerburg in ein lebendiges Zentrum politischer Bildung. Die Landeszentrale für politische Bildung hatte zu einer besonderen Veranstaltung geladen: Der Walh-O-Mat zum Anfassen war vor Ort und zog zahlreiche Interessierte an. Die Besucher hatten die Gelegenheit, an vielfältigen Infoständen Halt zu machen und sich über Demokratie auszutauschen. Auch die WeKISS war präsent und informierte über die Bedeutung von Selbsthilfe, die sich durch wichtige demokratische Grundegeln auszeichnet. Selbsthilfe – eine gute Wahl.
familiär
Die WeKISS auf dem Familientag in Altenkirchen
Zum internationalen Tag der Familie am 15. Mai richtete der Arbeitskreis Familien Altenkirchen auf dem Marktplatz in Altenkirchen erneut den Familientag aus. Zahlreiche Beratungsstellen und Institutionen stellten ihre Angebote vor. Auch die WeKISS war mit Infoständen zur Selbsthilfe und der Pflegeselbsthilfe vertreten.



Intensiv
Gesamttreffen in Westerburg und digital
Deshalb sind Gesamttreffen so wichtig: Bei den Gesamttreffen im Mai kamen viele Menschen aus verschiedenen Selbsthilfegruppen zusammen. Die Veranstaltung schuf Raum für intensiven, gewinnbringenden Austausch, für gegenseitige Unterstützung – und dafür, die Gruppen enger zu vernetzen. In offenen Gesprächen teilten sie Erfahrungen, benannten Herausforderungen und warfen Ideen in die Runde. So entstanden neue Impulse für die gemeinsame Selbsthilfearbeit.
Vielen Dank fürs Lesen und bis zur nächsten Ausgabe!
Lob, Kritik, Ideen?
SELFi – das Onlinemagazin der Selbsthilfe Rheinland-Pfalz.
Wir freuen uns über Feedback und Vorschläge per E-Mail an info@selbsthilfe-rlp.de

Hinter der Selbsthilfe Rheinland-Pfalz stehen die vier Selbsthilfekontaktstellen in Rheinland-Pfalz:




